In Härkingen finden Sie die grösste Farnsammlung der Schweiz.

Farne Weltweit
Farne Farnwerk
Farne Europa

In den Gewächshäusern der Farnwerk GmbH kultivieren wir über 700 Farnarten aus 120 Gattungen. Zur Einrichtung gehören zwei freistehende Gewächshäuser unterteilt in unterschiedliche Klimabereiche und ein eigenes Aussaatlabor.

In unseren Kulturräumen decken wir ein breites Klimaspektrum ab. Tropische Arten benötigen auch im Winter warme Temperaturen. Subtropische Hochlandarten kultivieren wir bei hoher Luftfeuchtigkeit und starker Schattierung im Sommer. Sonniger und wechselfeucht mögen es die xerophytischen Farnarten. Winterharte Farne wachsen im Kalthaus, im Schaugarten und zwischen den Häusern im Freiland. Besonders anspruchsvoll sind die Jungfarne, welche auf nahezu konstante 100% relative Luftfeuchtigkeit angewiesen sind.

Neben den Farnen gehört auch ein Bestand an Bärlappgewächsen dazu. Traditionell werden diese unter der Sammelbezeichnung «Kryptogamen» zusammen mit den Farnen und Moosen behandelt. Gemeinsam haben sie die Vermehrung über Sporen, systematisch sind sie allerdings nur sehr entfernt verwandt.

Weltweit sind rund 12’000 Farnarten bekannt. Vierzig Arten sind in der Schweiz heimisch. Einige dieser Farne sind nur in kleinen, isolierten Beständen vorhanden und sind entsprechend bedroht. Durch die Aussaat solcher Arten, sinkt der Druck auf Wildpopulationen und das Auge der Gärtner wird für den Erhaltungswert dieser teils unscheinbaren Pflanzen geschärft.

Elaphoglossum metallicum stammt aus Südamerika und hat blau irisierende Wedel. Dank der Lichtbrechung können diese Farne das Licht effizienter nutzen.

Was sind denn eigentlich Farne?

Die Farne sind eine Geschwistergruppe der Samenpflanzen, welche sich bereits seit dem Karbon vor etwa 360–300 Millionen Jahren entwickelt hat. Zu den Farnen zählen die Schachtelhalme, die Gabelblattgewächse, die Natternzungengewächse, die Marattiaceae und die Echten Farne. Trotz ihrer Sporen gehören Bärlappgewächse nicht zu den Farnen.

Farne besitzen wie die Blütenpflanzen einen Spross, Blätter und Wurzeln. Farnblätter werden als Wedel und der Spross als Rhizom bezeichnet.

Farne vermehren sich über staubfeine Sporen. Aus diesen keimt unter geeigneten Bedingungen ein Vorkeim (Prothallium) aus welchem sich nach erfolgreicher Befruchtung der Farn (Sporophyt) entwickelt.

Deutlich lassen sich die Sori an der Wedelunterseite erkennen.

Der Generationswechsel unterscheidet die Farne von Samenpflanzen.

Farne bilden meist auf der Wedelunterseite von Auge sichtbare dunkle Streifen oder Punkte. Diese sogenannten Sori enthalten Sporangien, welche wiederum eine Vielzahl an mikroskopisch kleinen Sporen enthalten. So bildet der Farn an jedem Wedel tausende flugfähige Sporen, welche über Wind, Wasser und Erdverschiebungen teils über grosse Distanzen transportiert werden.

Landet eine solche Spore an einem geeigneten Standort, wird sie auskeimen und zu einem Prothallium (Gametophyt) heranwachsen. Das Prothallium ist ein meist herzförmiges, flächig wachsendes Pflänzchen, welches sich mit seinen feinen Rhizoiden (keine echten Wurzeln) im Boden verankert. Selten werden diese zarten Wesen grösser als einige Millimeter.

Das Prothallium hat wie die Spore erst einen halben Chromosomensatz und ist zur Entwicklung eines Sporophyten (Farnpflanze) auf ein benachbartes Prothallium angewiesen. Jedes Prothallium besitzt weibliche Organe (Archegonium) und männliche Organe (Antheridien). Über Wasser können die Prothallien ihre Gene austauschen und nach erfolgreicher Befruchtung des Archegoniums, wächst der erste Wedel des jungen Farns dem Licht entgegen. Dieser Vorgang wird als Generationswechsel bezeichnet.

Nicht alle Prothallien sind auf eine Befruchtung angewiesen. Apogame Arten bilden direkt aus dem Prothallium einen Sporophyten. Dies ist möglich, da ihre Sporen bereits einen kompletten Chromosomensatz enthalten.

Einige Arten sind zusätzlich in der Lage an ihren Blattadern Brutknospen zu bilden. Viele kriechende Farne bilden Seitentriebe und Ausläufer (Stolonen), welche mit der Zeit zu eigenständigen Pflanzen heranwachsen.

Blogbeitrag mit Makroaufnahmen von Prothallien

Goniophlebium subauriculatum hat über zwei Meter lange hängende Wedel.
Die meisten Farne benötigen viel Feuchtigkeit. Xerophyten können Trockenphasen unbeschadet überstehen.

Farne haben vielfältige Lebensräume auf der ganzen Welt erobert.

Vor etwa 360–300 Millionen Jahren (Karbon) gehörte die Erde den Farnen. Erst später haben die Blütenpflanzen die Farne eingeholt. Dank der Fähigkeit mit wenig Licht zu überleben und dank den Sporen, mit welchen sie schnell neue Gebiete erreichen können, haben sich die Farne erfolgreich in ökologischen Nischen behauptet.

Farne sind weltweit verbreitet und kommen meist an schattigen und feuchten Stellen in Wäldern, in Felsspalten, in Schluchten, an Bachufern oder auf Bäumen als Epiphyten vor. Die grösste Artenvielfalt hat sich in tropischen Regenwäldern entwickelt. Es sind 12’000 Farnarten bekannt.

Tüpfelfarne sind die einzigen einheimischen Epiphyten.
Heute kultivieren wir in den Gewächshäusern der Farnwerk GmbH über 700 Farnarten aus 120 Gattungen.

Über Ihren Besuch im Farnwerk freuen wir uns.

In den Gewächshäusern sind Teile der Sammlung für Besucher zugänglich. Da die Mutterpflanzen in den Produktionsbetrieb integriert sind, können nur einige ausgesuchte Farne in gestalteten Landschaften präsentiert werden. Die meisten Mutterpflanzen befinden sich in Töpfen und Ampeln. In verschiedenen Schaupflanzungen werden im Freiland Verwendungsmöglichkeiten einheimischer Farne gezeigt. Auf 15m2 vertikalem Garten wachsen eine Vielzahl einheimischer Pflanzen. Besucher können die Farnsammlung an den Tagen der offenen Tür besichtigen.

Updating…
  • Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.